Offener Brief zur Mitgliedschaft der Stadt Dresden in der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus

 

Liebe Dresdnerinnen und Dresdner,

 

wir sind 6 Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und bedanken uns bei der Gruppe "Herz satt Hetze" für die Möglichkeit, auf dieser Seite unser Anliegen öffentlich zu machen.

 

Wir haben uns auf der Kundgebung "Nationalismus raus aus den Köpfen" am 06.06. auf dem Neumarkt zusammengefunden, als dort der Antrag der Rot-Grün-Roten Stadtratsfraktion, eine Mitgliedschaft der Stadt Dresden in der Europäischen Stadtkoalition gegen Rassismus anzustreben, besprochen wurde.  Uns erschien das Thema wichtig. So haben wir uns damit auseinandergesetzt, und auch erfahren, dass ursprünglich das Netzwerk "Dresden für alle" alle Stadtratsfraktionen auf die Möglichkeit dieser Mitgliedschaft angesprochen hat und Ideen für die Umsetzung der damit verbundenen Aufgaben geliefert hat. Drei Fraktionen haben die Idee aufgeriffen und einen Antrag formuliert. Dieser hat inzwischen verschiedene Gremien passiert und liegt auf der Stadtratssitzung am 23.06.16 zur Beschlussfassung vor. 

Wir sind der Meinung, dass der Beitritt der Stadt ein Schritt ist, der alle angeht und uns beunruhigt, dass da wo im ursprünglichen Antrag die Einbeziehung aller gesellschaftlichen Kräfte in die Erfüllung der Aufgaben eingefordert ist, jetzt nur noch Verwaltungsstrukturen benannt sind.

Deshalb ist der  untenstehende offene Brief entstanden. Wir bitten viele Menschen, aber auch Initiativen, Gruppen, Netzwerke, Parteien und Organisationen, denen die öffentliche Präsenz des Themas ebenso wie die gemeinsame Umsetzung am Herzen liegen, hier zu unterschreiben.

 

 

 

Offener Brief

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Stadtrat*innen, liebe Dresdnerinnen und Dresdner,

Auf Initiative der UNESCO und der Stadt Nürnberg wurde die Europäische Städtekoalition gegen Rassismus im Dezember 2004 gegründet. Inzwischen gehören 104 Kommunen aus 22 Ländern dazu. Wir denken, dass unsere Stadt mit allen ihren aktuellen Problemen dort Mitglied sein sollteund begrüßen den im Dezember 2015 im Stadtrat eingebrachten interfraktionellen Antrag 0167/15„Mitgliedschaft der Stadt Dresden in der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus“.

Neben der Herbeiführung der Mitgliedschaft soll der Oberbürgermeister auch damit beauftragt werden, die „gesellschaftlichen Akteure in der Stadt   Dresden zusammenzuführen, die in der Lage sind, diese Mitgliedschaft in Dresden mit Leben zu erfüllen und diese bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Hier sind wir alle gefordert und das ist gut so. Der Stadtrat soll in seiner nächsten öffentlichen Sitzung darüber entscheiden. Eher unbemerkt von der Öffentlichkeit hat der Antrag vorschriftsgemäß diverse Gremien und Ausschüsse passiert. Und so empfiehlt der Ausschuss für allgemeine  Verwaltung, Ordnung und Sicherheit „für die Mitgliedschaft die vorhandenen Strukturen der Verwaltung, insbesondere des lokalen  Handlungsprogramms für Demokratie und Toleranz und gegen Extremismus, zu nutzen.“

Grundsätzlich begrüßen wir das Vorhaben. Als treibende Kraft gegen rassistische Umtriebe in unserer Stadt möchten wir jedoch in diesen Prozess aktiv einbezogen werden. Wenn der Fokus auf den „vorhandenen Strukturen der Verwaltung“ liegt, befürchten wir ein Ausbooten der gesellschaftlichen Kräfte und die Ausnutzung der Mitgliedschaft als Feigenblatt für das Aufpolieren des Rufes der Stadt.

Wir möchten uns aber beteiligen und fordern einen positiven Beschluss des ursprünglich formulierten Antrags!

Wir wollen uns einbringen in die von jedem Mitglied der Koalition geforderte Umsetzung des „Zehn Punkte Aktionsplanes zur Bekämpfung von Rassismus auf Kommunaler Ebene“!

Wir sehen uns prädestiniert für die Mitwirkung bei vielen Punkten des Aktionsplanes wie zum Beispiel „Verstärkte Wachsamkeit gegenüber  Rassismus“, „Bessere Unterstützung für die Opfer von Rassismus und Diskriminierung“, „Bessere Beteiligungs- und Informationsmöglichkeiten für die Bürger/Innen“, „Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung durch Bildung und Erziehung“ und die „Förderung der kulturellen Vielfalt“.
Unterstützungen Sie unsere Forderungen an den Stadtrat mit Ihrer Unterschrift!

Die Initiatoren
Jörg Luther
Tobias Kraftzyk
Isabell Müller
Claus Dethleff
Verena Müller
Rita Kunert

 

Weitere Informationen und Unterzeichnen:
http://herzstatthetze.jimdo.com/städtekoalition-gegen-rassismus/


LIEBE DRESDNERINNEN UND DRESDNER, LIEBE REFUGEES,


am Pfingstmontag, dem 16. Mai möchten wir gemeinsam mit euch in der Zeit von 17 bis 19 Uhr einen Platz im Zentrum unserer Stadt mit einem Kulturprogramm  füllen. Unterstützt werden wir vom syrischen Pianisten und Beethovenpreisträger Aeham Ahmad. Höhepunkt des Abends soll der Auftritt aller werden, die gern  singen. Gemeinsam wollen wir folgende drei Stücke singen:


DIE GEDANKEN SIND FREI
UN POQUITO CANTAS
DONA NOBIS PACEM

 

Bringt Familien, Freunde, Bekannte, Chor- und Musikerkollegen mit, denn jede Stimme zählt! Wer die Lieder nicht kennt, lange nicht mehr gesungen hat oder schon immer mal eine zweite Stimme lernen wollte, ist herzlich zur Probe am 10. Mai um 17:30 Uhr im Haus an der Kreuzkirche eingeladen. Wer gerne mit Noten singt, findet diese auf unserer Facebookseite. Neben dem gemeinsamen Singen, gibt es Infotischegibt es Infotische, wo man sich über die Arbeit der Flüchtlingsinitiativen
informieren kann. In Redebeiträgen sollen Erfahrungen aus der Flüchtlingsarbeit vorgestellt, Fluchtgeschichten erzählt und die Problematik der europäischen  Flüchtlingspolitik thematisiert werden. Damit wir euch alle auf dem Laufenden halten können, bitten wir euch um Kontaktaufnahme über herzstatthetze@posteo.de.

 

Viele Grüße
EUER TEAM VON HERZ STATT HETZE

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HERZ STATT HETZE: UNSER SELBSTBVERSTÄNDNIS


„Herz statt Hetze (HsH) ist ein Organisationskreis aus Einzelpersonen, der sich im Zusammenhang mit dem 19. Oktober und dem 9. November 2015 gefunden hat. Zu HsH gehören neben diesem Organisationkreis eine Facebookseite, ein Twitteraccount und eine Website. 


HsH ist kein Bündnis und kein Netzwerk, sondern ein Mittel um größere Veranstaltungen und Demonstrationen für Menschlichkeit und Demokratie und gegen Rassismus, völkischen Nationalismus und Pegida zu organisieren und diesen ein inhaltliches und organisatorisches Dach zu geben. 


HsH ist offen für alle, die sich beteiligen wollen und das Ziel von HsH teilen. Auch Organisationen, Vereine, Unternehmen, Bündnisse, Netzwerke oder Parteien können sich an den jeweiligen Veranstaltungen beteiligen, zu diesen aufrufen und diese unterstützen. Eine formelle Mitgliedschaft gibt es jedoch nicht.“

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Auswertung der Augenzeugenberichte zu den Vorkommnissen am 19. Oktober 2015
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