Freiheit. Gleichheit. Menschlichkeit.

Wir machen das!

Seit zwei Jahren wird wöchentlich der Hass auf Dresdens Straßen zelebriert. Vor einem Jahr haben wir mit über 20.000 Menschen in Dresden ein Zeichen gegen diese Hetze gesetzt und gesagt: Es reicht!

Pegida hat an Gewicht verloren aber der gesellschaftliche Schaden bleibt. Es gehört zum Alltag, wegen eines anderen Aussehens angepöbelt zu werden. Es ist keine Seltenheit, dass Menschen, die Geflüchteten helfen, offen angefeindet und bedroht werden. Es ist Realität, dass Menschen, die sich rassistische Angriffe nicht bieten lassen, zu Tätern gemacht werden.

Freiheit, Gleichheit, Menschlichkeit sind in Gefahr.

 

Wir müssen handeln. Wir müssen kämpfen. Für ein Leben frei von Gewalt. Für die Freiheit, sich zu entfalten. Und für die Freiheit, montags wieder ohne Furcht in die Stadt zu gehen. Für gleiche Chancen. Für die Gleichheit vor dem Gesetz. Für gleiche Rechte für alle Menschen. Egal, welche Religion, egal welche Hautfarbe, egal welche sexuelle Orientierung und welches Geschlecht, egal welche Herkunft.

 

Wir treten Hass und Hetze entgegen, um Freiheit, Gleichheit und Menschlichkeit zu verteidigen. 

Wir  werden die Unanständigen nicht die Oberhand gewinnen lassen. 

 

klar ist: Wir haben den längeren Atem. 

 

Wir rufen alle Demokratinnen und Demokraten auf, 

am 17. Oktober in Dresden für unsere Werte auf die Straße zu gehen:

Für Freiheit. Für Gleichheit. Für Menschlichkeit. 

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+++ Samstag, 6. Februar, 13-15 Uhr +++ 

+++ Herz statt Hetze auf dem Theaterplatz +++

+++ Viele weitere Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstration in Dresden +++

 

+++ Unser Aufruf +++

 

Solidarität statt Ausgrenzung.

Europa statt Nationalismus.

Herz statt Hetze.

 

Am 6. Februar. In Dresden. 

 

Europa schottet sich ab: An der Grenze zu Serbien steht ein von Soldaten bewachter Zaun. Der Front National bestimmt maßgeblich das politische Geschehen in Frankreich. In Polen und Ungarn werden demokratische Grundrechte eingeschränkt. Überall werden Angst und Hass geschürt - auch in Deutschland. Populistische Scharfmacher*innen überbieten sich im Wettbewerb um die schärfsten Maßnahmen gegen Geflüchtete, in der Politik und auf der Straße. Gleichzeitig sterben tausende Menschen an den Außengrenzen der Europäischen Union. 

 

Für den 6. Februar ruft Pegida mit all seinen Ablegern und Verbündeten in anderen Ländern zu einem europaweiten Aktionstag auf, um Hass und Hetze einmal mehr auf die Straßen zu tragen, mit Dresden als Zentrum.

 

Die europäische Idee steht für Aufklärung und friedliches Miteinander. Wir wollen ein Europa, das sich zu diesen Werten bekennt, nach innen und nach außen. Wir wollen ein Europa, das sich gegen Rassismus und Ausgrenzung stellt, gegen den Geist von Vorgestern. Wir wollen ein Europa, das zu seiner Verantwortung steht und nicht wegschaut, wenn an seinen Grenzen die Boote Geflüchteter zerschellen und Tausende - auf der Suche nach Schutz und Sicherheit – vor seinen Toren sterben. Wir wollen ein Europa das Menschen, die Schutz suchen, aufnimmt, ohne Abschottung, ohne Ausgrenzung und ohne Hassparolen.

 

Am 6. Februar: Für ein Europa der Solidarität statt der Ausgrenzung! Für ein Europa mit Herz statt Hetze. Wir rufen alle Menschen auf, an diesem Tag mit uns auf die Straße zu gehen. Für ein Europa, in dem Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Religion und ihrer Lebensplanung ein Zuhause haben.

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Herz statt Hetze +++ Wehret den Anfängen +++

 

+++ 9. November +++ 17.30 Uhr +++ Hauptbahnhof +++


Der 9. November – Pogromnacht und Fall der Mauer – 1938 und 1989 – an diesem Datum verdichtet sich Geschichte, wie an kaum einem anderen Tag. Geschichte, die heute, in Dresden, aktueller denn je ist.

 

1938: Der vorläufige Gipfel unzähliger Jahre der Hetze. Und heute werden Montag für Montag wieder Menschen aus tausenden Kehlen selbsternannter Patrioten diffamiert, Menschen, die in diesem Land Zuflucht und eine bessere Zukunft suchen.

 

1989: Der Tag der damals für offene Grenzen, Selbstbestimmung und Freiheit stand - heute marschieren in Dresden jene, die Mauern in ihren Köpfen hochziehen, die Demokratie und Vielfalt verachten und die ein offenes Europa bekämpfen.

 

Die aktuell wachsende Gewalt gegen Menschen, die nicht in das krude Gesellschaftsbild völkischer Rassisten passen, ist das Ergebnis des Hasses, den Pegida schürt. Wir alle sind dafür verantwortlich, dass der Hetze Einhalt geboten wird!

 

Der 9. November fällt dieses Jahr auf einen Montag. Wir können und werden nicht schweigen. Nicht in diesem Dresden. Wehret den Anfängen!

Pressemitteilung


Herz statt Hetze ruft zu Demonstration am kommenden Montag auf.

Der 9. November mahnt: Wehret den Anfängen

+++ Demonstration mit Kundgebungen am Hauptbahnhof, auf Neumarkt und an der Synagoge +++ Redner*innen u.a. Nora Goldenbogen und Hanno Schmidt +++ Pegida auf dem Theaterplatz ist fatales Signal für Dresden +++


Am 9. November ruft 'Herz statt Hetze' erneut zu einer Demonstration in Dresden auf. An diesem Datum verdichtet sich Geschichte – insbesondere auch in Dresden – die gerade hier aktueller denn je ist.


Da der 9. November auf einen Montag fällt, können wir nicht schweigen. 1938 war der 9. November der vorläufige Gipfel unzähliger Jahre der Hetze. Heute halten selbsternannte Patriot*innen Fahnen hoch und Reihen fest geschlossen. 1989 war es ein Tag, der für offene Grenzen, Selbstbestimmung und Freiheit stand. Heute marschieren in Dresden jene, die Mauern in ihren Köpfen hochziehen, die Demokratie und Vielfalt verachten und die ein offenes Europa bekämpfen.


Das werden wir nicht unwidersprochen lassen. Denn Hass und Gewalt können aufgehalten werden, wenn sich Bürger*innen entschlossen entgegenstellen.

Dem 9. November wird in Dresden seit vielen Jahren auf vielfältige Weise gerade der Pogromnacht von 1938 gedacht. Von vielen engagierten Bürger*innen werden Mahnwachen an den insgesamt 178 Stolpersteinen organisiert. Es gibt Friedensgebete und Gedenkstunden. Und wir werden unsere Abschlusskundgebung ab 20 Uhr an der Synagoge abhalten. Auf dieser wird u.a. die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Dresden, Dr. Nora Goldenbogen, sprechen.


Beim Demonstrationsauftakt am Hauptbahnhof wird, in Würdigung des Herbstes 1989, der Bürger*innenrechtler und Pfarrer i.R Hanno Schmidt sprechen.


Gerade in Anbetracht des historischen Datums ist eine Versammlung, auf der gegen Menschen anderer Religion oder Herkunft gehetzt, auf der die Demokratie verachtet und auf der Hass gesät wird, ausgerechnet auf dem Theaterplatz ein fatales Zeichen. Der Theaterplatz hieß von 1933 bis 1945 Adolf-Hitler-Platz. Auf ihm fanden Aufmärsche der Nazis statt. Und nun finden dort regelmäßig Aufmärsche einer nationalistischen, faschistoiden und rassistischen Bewegung statt. Es ist in Dresden nicht mehr möglich, an einem Montag auf diesem Platz für Weltoffenheit, Demokratie und für Herz statt Hetze zu demonstrieren. Der Theaterplatz mit der Semperoper wurde nach deren Wiederaufbau zu einem weltbekannten Ort der Kultur. Nun wird er zum Ort, der für Pegida und die Hetze Bachmanns steht. Das Zeichen, dass die Landeshauptstadt Dresden mit ihrem Oberbürgermeister damit aussendet, ist nicht nur fatal, es ist eine Bankrotterklärung. Wir hatten für den 9. November ein Kundgebung auf dem Theaterplatz geplant. Die Politik der Behörden hat sie und ein Zeichen für ein anderes Dresden verhindert. Wir fordern die politisch Handelnden auf, dieser, mittlerweile eingeübten, Praxis ein Ende zu setzen.


Doch damit nicht genug. Wir mussten erleben, dass den Behörden der Landeshauptstadt ein wirksamer und deutlicher Protest nicht genehm ist. Anders sind die Auflagen und Schikanen, die einer breit aufgestellten, dem historischen Datum angemessenen, Demonstration auferlegt werden, nicht zu verstehen. Wir appellieren an die Behörden und die Polizei, dass unsere Demonstration, auf der Hanno Schmidt oder Nora Goldenbogen, sprechen werden, mit der entsprechenden Würde stattfinden kann. Alles andere wäre, gerade in der derzeitigen Situation, ein Signal, das nicht nur Dresden oder Sachsen sondern die Menschlichkeit in diesem Land dauerhaft beschädigen würde.

Am 19. Oktober haben wir mit 'Herz statt Hetze' einen eindrucksvollen Protest gegen die menschenfeindliche Einstellungen organisiert. Wir haben gezeigt, wofür Dresden auch steht. Wir möchten am 9. November ein erneutes Zeichen setzen. Wir möchten deutlich machen, dass der 9. November mahnt.

Wir stehen für eine demokratische Kultur, in der Grundrechte geachtet und gelebt werden. Wir stehen für ein offenes, solidarisches Dresden, in der jeder Mensch eine Chance hat, für seine Zukunft angstfrei zu arbeiten und zu leben, unabhängig von seiner Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, sexueller Orientierung, Religion oder Weltanschauung. Wir werden deutlich machen, dass unsere Gesellschaft gerade gegen die Anfänge wehrhaft sein muss.

Und wir rufen alle auf, sich uns anzuschließen.


Nach dem 9.November werden sich Herz statt Hetze und die beteiligten Organisationen über das zukünftige Agieren in Dresden beraten.


+++ Fakten zur Demonstration +++

Auftaktkundgebung: ab 17:30 Uhr am Hauptbahnhof

Demonstration vom Hauptbahnhof zum Neumarkt vor der Frauenkirche mit anschließender Zwischenkundgebung

Demonstration vom Neumarkt zur Synagoge mit Abschlusskundgebung ca. 20 Uhr

Anschließend: Demonstration von der Synagoge über die Carola-Brücke zum Bahnhof Neustadt.

Herz statt Hetze +++ Wehret den Anfängen +++

+++ 9. November +++ 17.30 Uhr +++ Hauptbahnhof +++


Der 9. November – Pogromnacht und Fall der Mauer – 1938 und 1989 – an diesem Datum verdichtet sich Geschichte, wie an kaum einem anderen Tag. Geschichte, die heute, in Dresden, aktueller denn je ist.

 

1938: Der vorläufige Gipfel unzähliger Jahre der Hetze. Und heute werden Montag für Montag wieder Menschen aus tausenden Kehlen selbsternannter Patrioten diffamiert, Menschen, die in diesem Land Zuflucht und eine bessere Zukunft suchen.

 

1989: Der Tag der damals für offene Grenzen, Selbstbestimmung und Freiheit stand - heute marschieren in Dresden jene, die Mauern in ihren Köpfen hochziehen, die Demokratie und Vielfalt verachten und die ein offenes Europa bekämpfen.

 

Die aktuell wachsende Gewalt gegen Menschen, die nicht in das krude Gesellschaftsbild völkischer Rassisten passen, ist das Ergebnis des Hasses, den Pegida schürt. Wir alle sind dafür verantwortlich, dass der Hetze Einhalt geboten wird!

 

Der 9. November fällt dieses Jahr auf einen Montag. Wir können und werden nicht schweigen. Nicht in diesem Dresden. Wehret den Anfängen!

26. Oktober 2015

Pressemitteilung
„Herz statt Hetze“


Nach einem Auswertungstreffen der Organisator*innen und Unterstützer*innen von „Herz statt Hetze“ teilen diese mit:


Herz statt Hetze: 19. Oktober war ein deutliches Zeichen
+++ Aufarbeitung der Ereignisse geplant +++ Einladung zu sachsenweiter Zusammenarbeit +++


Am 25. Oktober 2015 fand das Auswertungstreffen von „Herz statt Hetze“ statt. Aus Sicht des Treffens ist der 19. Oktober 2015 ein deutliches Zeichen gegen Hass, Hetze und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, wie Rassismus und Ausgrenzung jeglicher Art. Nach Auszählung (Gruppe durchgezählt) haben bis zu 22.000 Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft bei „Herz statt Hetze“ und damit auch gegen die Asylrechtsverschärfung demonstriert.


Mit Bestürzung stellen wir das Ausmaß an Gewalt und Gewaltpotential bei PEGIDA fest. Große Gruppen gewaltbereiter Hooligans und ausdrücklich neonazistischer Strukturen zogen, zum Teil völlig unkontrolliert, durch die Stadt. Mehrfach kam es dadurch zu Angriffen auf die Demonstrationen und Teilnehmenden der Veranstaltungen von „Herz statt Hetze“.  Auch Unbeteiligte und Beamte wurden attackiert.  So mussten die Postplatzkonzerte nach mehreren massiven Angriffen von Rechten vorzeitig abgebrochen werden. Die Demonstration vom Neustädter Bahnhof wurde mit Ankunft am Ende der Augustusbrücke mit Böllern und Steinen angegriffen und konnte bis zum Schluss nicht auf dem Schlossplatz laufen, da die Sicherheit nicht gewährleistet werden konnte. Bereits im Vorfeld der PEGIDA-Versammlung kam es immer wieder zu gezielten Angriffen von PEGIDA-Teilnehmenden auf Gegendemonstrant*innen. Diese setzen sich während der Versammlung fort und verstärkten sich im weiteren Verlauf des Abends. Dies zeigt sich auch darin, dass abreisende Gegendemonstranten bedroht und angegriffen wurden. So wurden Teilnehmer aus Leipzig in Leipzig am Bahnhof von PEGIDA-Anhängern mit Fahnenstangen und Messern angegriffen.


Es ist offenkundig geworden, dass PEGIDA gezielt auf Hooligans und Neonazis zurückgreift, um die Gewalt auf der Straße eskalieren zu lassen und Gegner einzuschüchtern. Spätestens in dem Moment als deutlich volksverhetzende Reden bei PEGIDA gehalten wurden, hätte es des Eingreifens der Behörden bedurft.


Vor dem Hintergrund der durch Medien und Zeugenaussagen dokumentierten Gewalt, ist das Agieren und die Pressearbeit der Polizei im Rahmen des 19. Oktober völlig unverständlich. Das Polizeikonzept zur An- und Abreise der PEGIDA-Teilnehmenden ist ebenso deutlich zu kritisieren, wie der Umstand, dass selbst angemeldete Gegendemonstrationen nicht geschützt wurden.  Aufgrund des Polizeikonzeptes war die Eskalation vorprogrammiert.

Wir rufen daher alle von Gewalt Betroffenen und Augenzeugen auf, sich zu melden und Berichte und Fotos an uns zu schicken. Wir wollen gemeinsam mit den Betroffenen eine komplette Aufarbeitung der Geschehnisse leisten, um künftig Menschen, die wie wir mit Herz gegen Hetze demonstrieren, zu schützen.


Aufgrund der großen Zahl an rassistischen Gewalttaten, Angriffen auf Geflüchtete und Unterkünfte und der massiven Bedrohung von Nichtrechten in Sachsen wollen wir gemeinsam in einem großen Bündnis zusammenarbeiten, um uns gegenseitig zu unterstützen.

Wir laden alle ein, sich daran zu beteiligen, um jeglichen Ideologien der Ungleichwertigkeit entgegenzutreten. Wir sind entschlossen, dort wo Rassismus und Ausgrenzung auftreten deutlich zu widersprechen, Vorurteile zu widerlegen und Rassismus und Nazis den Platz zu nehmen.  

Wir werden uns auch weiterhin in verschiedener Art und Weise für eine solidarische und vielfältige Gesellschaft einsetzen, egal ob auf der Straße, in der politischen Auseinandersetzung oder in der praktischen Hilfe, zum Beispiel für Geflüchtete.

 

Unterzeichner: Herz statt Hetze, freier Zusammenschluss von antirassistischen Initiativen, Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen.

 

Kontakt und Adresse für die Zusendung der Erfahrungsberichte:

herzstatthetze@posteo.de

Verschlüsselte Übermittlung ist möglich. Der Public Key ist unter http://herzstatthetze.jimdo.com/kontakt/ abrufbar.